Treppen, Aufstiegshilfen und Treppenbeläge

Treppenbeläge/ Treppensicherungen

Da besonders Maggie beim Treppen rauf- und runter-klettern etwas unsicher auf den Pfoten ist, war klar, das ich die Treppe vom Unter- ins Obergeschoß auf jeden Fall sichern muss.

Um keinerlei Risiko einzugehen, gab es hier das Rund-Herum-Sorglos Paket - Treppenstufen Matten, zusätzliche Teppichstreifen direkt am Übergang von den Stufen zur Wand (da sich schnell herausstellte, das Maggie beim Treppe runter krabbeln immer an der Wand entlang lief) und sämtliche Stufenöffnungen wurden von hinten mit transparenter Plastikfolie geschlossen.

Transparente Gartentischdecke von der Rolle eignet sich dafür übrigens ganz hervorragend, ist recht kostengünstig und lässt sich einfach verarbeiten.

Das Ergebnis kann man auf den Bilder betrachten...



Treppen und Aufstiegshilfen

 Aufstiegshilfen… kennt man ja eigentlich eher vom Reitsport…. Aber als Wackelkatzendosi muss man sich ggfs. auch mit dieser Thematik befassen.

Denn je nach Grad der Ataxie können Wackelkatzen meist nur eingeschränkt springen und klettern – manchmal sogar beides gar nicht.

Julchen und Schröder schaffen es aus dem Stand immerhin, aufs Sofa oder den Sofahocker zu springen …und die haben ein Höhe von ca. 50cm. Maggie hingegen kann überhaupt nicht springen - sie braucht für alle höher gelegenen Sitz- oder Liegeplätze Hilfestellung. Beim Sofa z.B. kann Maggie sich an den Kissen hochziehen, aber sie braucht trotzdem als Zwischenstufe ein Fußkissen o.ä., da sie die gesamte Höhe nicht alleine bewältigen kann.

Da Wackelkatzen aber nun mal genauso gern auf höheren Plätzen liegen wie gesunde Katzen, habe ich also überall wo es notwendig war, entsprechend Aufstiegshilfen eingerichtet.

Diese lassen sich aus allen möglichen Dingen basteln – in unserem Haushalt haben sich z.B. Kartons bzw. Kartontreppen gut etabliert….


Vorteile –

  • günstig in der Anschaffung - es können halt auch gebrauchte Kartons verwendet werden, sie müssen eben nur das Gewicht der Katzen aushalten. Die Kartonagen einiger Katzenfutter Onlineshops haben sich übrigens hier als überaus praktisch erwiesen… genau die richtigen Abmessungen und schön stabil ;-)

  • flexible Größen & Höhen - die Zusammenstellung kann halt nach Bedarf erfolgen, die Verbindung der einzelnen Kartons funktioniert z.B. gut mittels beidseitigem Klebeband

  • Sind leicht zu transportieren und können problemlos versetzt werden.

  • Das Material ist weich – die Verletzungsgefahr ist daher sehr gering, wenn mal ein Tier die Kartontreppen runterpurzelt (was durchaus mal passieren kann).

  • Die Treppen können optisch schnell der Umgebung angepasst werden, in dem man z.B. die Kartons in Packpapier eingewickelt oder mit bunter Bastelpappe beklebt , die Stufenober-flächen lassen sich problemlos mit Teppichfliesen oder Teppichmatten bekleben. Das gibt den Wacklern beim Hochklettern mehr Halt, als eine glatte Papier oder Pappfläche.

  • Problemlos in der Entsorgung – wenn ein Karton verschlissen ist (weil er z.B. auch noch als Kratzpappe Verwendung fand), dann ab in die blaue Tonne mit dem Teil.

ABER… werden jetzt einige Dosis sagen – warum kaufst Du nicht einfach eine Fertigtreppe eines bekannten Tierzubehörherstellers?!? Da kann man sich das ganze Kartongetüdel doch sparen…

Ja…könnte man… aber dafür müssten die bekannten Tierzubehörhersteller auch Treppen anbieten, deren Stufentiefe so breit ist, das auch meine Maggie gefahrlos hoch und runter krabbeln kann.

 

Tun sie aber leider nicht… und ja, wir haben das natürlich auch ausgetestet!

Die Treppe auf dem Bild links war so ein Versuch - grundsätzlich schon gut gemacht. Die Säulen sind stabil und mit Sisal umwickelt. Die Bodenplatte hat genug Eigengewicht und macht das Teil sehr standsicher. Aufbau war einfach, die Verarbeitungsqualität in Ordnung und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte auch.

Leider sind aber die Stufen dieser Treppe in der Tiefe viel zu schmal und Maggie schlug fast Purzelbäume bei dem Versuch, dort runterzukrabbeln...

 

Also leider hier nicht einsetzbar...schade. Optisch hat mir das Teil gut gefallen.

Zur Verdeutlichung unten in dem Videoclip mal eine kurze „ Treppenkrabbelstudie“ von Maggie – daran wird vermutlich deutlich, wo die Problematik liegt! Maggie klettert immer eine Stufe nach der anderen runter d.h. die Stufen müssen so tief sein, dass sie ausreichend Platz darauf findet. Erst wenn sie sicher steht, nimmt sie die nächste Stufe in Angriff. Und man kann recht deutlich sehen, das sie auf den untersten Stufen (die etwas schmaler sind, als im oberen Bereich) schon leichte Probleme mit dem Gleichgewicht bekommt.

Die Stufentiefe von Tiertreppen aus dem Zoohandel beträgt ca. 15 – max. 20 cm – für Maggie brauche ich aber mindestens 30 cm, besser sind sogar 35, damit sich sicher unterwegs ist.

Das lässt sich mit Kartons meist recht gut realisieren.

Es gibt aber natürlich auch stabilere Möglichkeiten… wenn man sich z.B. mal im Baumarkt umschaut und seine Phantasie spielen lässt ...

Auf dem Bild unten sieht man eine niedrige Treppe zusammengestellt aus Aufbewahrungsboxen aus Holz. Zwei der Boxen haben Deckel, eine Box ist oben offen und fungiert umgekehrt als untere Lage der hinteren Stufe. Ich habe alle Boxen weiß lackiert und die Deckeloberfläche mit Teppichmatte beklebt. Die Aufbewahrungsboxen haben übrigens auch einen praktischen Nutzen - ich kann diverses Kleinzeug darin lagern!

Über die „Boxentreppe“ gelangen die Katzen dann auf eine höhere Ebene, die mal als IKEA Nachttisch ihr Dasein fristete ;-)  und nun mit Teppenfliesenbeklebung als Liege bzw. Sitzfläche oder Übergang zu einer Kratzbaumliegefläche und seit einiger Zeit (auf diesem Bild noch nicht zu sehen) zu einem kleinen Kratzbaum mit Liegemulde dient.

Für das Aussengehege im Windfang habe ich allerdings zwei Treppen speziell anfertigen lassen.

Hier war der Höhenunterschied, den die Wackler überbrücken müssen, zum einen sehr hoch und zum anderen sind die Kartons dort Temperaturwechseln, unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit und auch mal Nässe ausgesetzt… das hat die dort anfangs eingesetzten Kartonagen irgendwann weich und instabil gemacht.

Also hat der Gehegebauer nach meinen Vorgaben zwei Aufstiegstreppen gebaut. Eine 4-stufige, über die die Wackler vom Boden bis auf das Zwischenpodest gelangen (aka zweiter alter Couchtisch ;-) ..) und von dort geht es über eine weitere kleine 2-stufige Treppe bis auf die obere Ebene des hohen Aussichts- und Liegepodestes .


Beide Treppen sind 35 bzw. 40cm breit. Die Stufenhöhe beträgt 12 – 15 cm und die Stufentiefe ca. 30 -35 cm – so das auch Maggie hier wieder gefahrlos rauf- und runterhoppeln kann! Eine weiße Lackierung und die Beklebung der Stufen mit Teppichmatte komplettieren das Ganze. Wie man oben erkennen kann, werden die Treppen auch gern als "Chillbereich" genutzt :-).

Apropos Teppichmatte – ich setze als Oberflächebelag gern Ripsmatten ein. Die Oberflächenstruktur dieser Matten ist etwas gröber und die Tiere haben darauf mehr Halt.

Und die Kosten halten sich auch im Rahmen – in der Größe 50 x 80 kostet so eine Matte normalerweise € 8 – 10/Stk.

Und so sieht die ganze Anlage komplett aus:

Last but noch least - wer jetzt noch wissen möchte wo die interessante Rampe mit dem seitliche Eingang herkommt - dem kann geholfen werden!


Dieses tolle Teile habe ich online käuflich erworben und zwar bei Doris Pfötchenshop.

Bedauerlicherweise hat dieser Onlineshop inzwischen seine Tore geschlossen (offensichtlich aus gesundheitlichen Gründen seines Betreibers) - was sehr schade ist, denn es gab dort viele sehr schöne Tiertreppen und Rampen aus Holz.

Diese Rampe ist jedenfalls hervorragend verarbeitet und sehr stabil und wird von meinen Wacklern gern als Aufgang genutzt. Hätte daher gern noch das eine oder andere Teil dort erstanden.

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Kommentare: 3
  • #1

    Mausemann Fritz (Mittwoch, 10 Mai 2017 20:59)

    Schnurrige Grüße an Maggie, die süsse Schnuckelmaus beim Treppensteigen. Super macht sie das.

  • #2

    Maren (Freitag, 12 Mai 2017 23:22)

    Vielen Dank für deine tollen Anregungen! Mein Ataxiekater ist eigentlich ein guter Kletterer und Springer. Wenn er allerdings mal zu wild, kann er sich nicht schnell genug festhalten und fällt auch mal vom Kratzbaum. Das ist ein ziemlicher Mist, weil er über diesen auf seinen Catwalk kommt. Ich bin nun - mal wieder - am Überlegen, wie wir es für ihn sicherer gestalten können und deine Tipps helfen mir dabei :)
    LG Maren

  • #3

    Nicole (Donnerstag, 14 Juni 2018 14:40)

    Das ist eine tolle und informative Seite!